Grundschritt
Der klassische Wechsel aus Vor- und Rücktap, bei dem das Standbein federnd mitschwingt. Das Fundament für alle weiteren Charleston-Varianten.
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Entdecke mit uns die faszinierende Welt der historischen Tanzstile. Von den aufregenden 20er Jahren bis in die 50er Jahre prägen diese Tänze nicht nur die Tanzgeschichte, sondern begeistern auch heute noch Menschen weltweit. Jeder dieser Tänze erzählt seine eigene Geschichte und vermittelt ein einzigartiges Lebensgefühl seiner Zeit.
In den letzten Jahren erleben diese zeitlosen Tanzstile ein beeindruckendes Revival. Immer mehr Menschen entdecken den Charme der Vintage-Tänze für sich. In der Schweiz und in ganz Europa finden regelmässig Swing-Partys, Charleston-Workshops und Lindy Hop-Festivals statt, die die Atmosphäre der goldenen Ära wieder aufleben lassen.
Auf dieser Seite erfährst du, woher die Tänze kommen, wie sie sich unterscheiden, welche Musik dazu gehört – und mit welchen Figuren du sie dir zu Hause selbst anschauen und ausprobieren kannst.
Schnelle Jazz-Rhythmen der 20er
Markante Kick-Bewegungen
Hoher Unterhaltungsfaktor
Dynamische Partnerführung
Harmonisches Zusammenspiel
Raum für Improvisation
Spektakuläre Hebefiguren
Komplexe Rhythmusfolgen
Pure Tanzfreude
Der Boogie Woogie als Tanz entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa: Amerikanische Soldaten brachten Jitterbug und Lindy Hop mit, und daraus entwickelte sich ein eigener, schneller Paartanz mit viel Fussarbeit.
Getanzt wird zu Boogie-Woogie-Piano, Rhythm & Blues und Rock'n'Roll. Heute ist Boogie Woogie sowohl beliebter Partytanz als auch Turniersport – auch in der Schweiz gibt es eine grosse Szene mit Clubs und Wettkämpfen.
Schnelle Kick-Ball-Changes
Frei zur Musik getanzt
Partytanz und Turnier
Mitte der 1950er-Jahre eroberte der Rock'n'Roll die Welt – mit Bill Haley, Elvis Presley und Chuck Berry. Die Jugend tanzte dazu, was sie aus Jitterbug und Lindy Hop kannte, nur schneller und wilder.
In Europa wurde daraus ab den 1970er-Jahren der Akrobatik-Rock'n'Roll: ein Wettkampfsport mit schnellen Kicks, einstudierten Choreografien und spektakulären Würfen. Als Partytanz lebt der Rock'n'Roll daneben in vielen Tanzschulen und auf Rockabilly-Festivals weiter.
Schnelle Kicks im 6er-Takt
Sprünge und Würfe
Einstudierte Turnierfolgen
Die wichtigsten Figuren der drei Tanzstile im Überblick – mit kurzer Beschreibung und einem Video, in dem die Bewegung Schritt für Schritt gezeigt wird. Die Videos öffnen sich auf YouTube in einem neuen Tab.
Der klassische Wechsel aus Vor- und Rücktap, bei dem das Standbein federnd mitschwingt. Das Fundament für alle weiteren Charleston-Varianten.
Video ansehenKräftige Kicks nach vorne und hinten, begleitet von schwingenden Armen – das Markenzeichen der wilden 20er.
Video ansehenDie Knie öffnen und schliessen sich, während die Hände scheinbar die Knie tauschen. Ein verspielter Klassiker aus der Flapper-Zeit.
Video ansehenDie Füsse drehen auf den Fussballen gleichzeitig nach innen und aussen – die typische Twist-Bewegung des 20er-Charleston, die Beine wirken dabei wie ein schwingendes Pendel.
Video ansehenPaar-Charleston in offener Haltung: Die Partner stehen sich schräg gegenüber, halten sich an den Händen und kicken spiegelbildlich.
Video ansehenBeide stehen nebeneinander, der Arm liegt um die Taille des Partners, und die Kicks werden synchron in dieselbe Richtung getanzt.
Video ansehenEin federnder Gehschritt mit Kicks und Taps, der vorwärts über die Tanzfläche führt. Oft als „verlorener Grundschritt“ des Charleston bezeichnet.
Video ansehenDie Followerin steht vor dem Leader, beide blicken in dieselbe Richtung. Über die gefassten Hände werden Schwung und Timing übertragen – ein echter Hingucker.
Video ansehenBeim Paar-Charleston kickt ein Partner zwischen den Beinen des anderen hindurch – ein Klassiker mit perfektem Timing, oft kombiniert mit einer Charleston-Drehung.
Video ansehenZwei Triple Steps und ein Rock Step auf sechs Zählzeiten. Einfach zu lernen und auf fast jede Swing-Musik tanzbar.
Video ansehenDie Followerin dreht sich unter dem erhobenen Arm nach links – also zum Leader hin. Die erste Drehung, die fast alle lernen.
Video ansehenDas Gegenstück zum Inside Turn: Die Drehung erfolgt nach rechts, vom Leader weg. Zusammen bilden beide die Basis vieler Kombinationen.
Video ansehenAus der geschlossenen Haltung wird die Followerin in die offene Position hinausgeführt. Eine wichtige Übergangsfigur, um viele weitere Moves zu starten.
Video ansehenDer Leader „steckt“ die Followerin mit einem kurzen Impuls in eine schwungvolle Drehung nach rechts – elegant und dynamisch.
Video ansehenDie Followerin wird in den Arm des Leaders eingedreht („Wrap“), beide stehen kurz Seite an Seite und lösen die Figur wieder auf.
Video ansehenDer Arm der Followerin wird sanft hinter ihren Rücken geführt, sodass beide eng nebeneinander tanzen, bevor die Figur mit einer Drehung aufgelöst wird.
Video ansehenBeide stehen nebeneinander und blicken in dieselbe Richtung, die Hände sind vor und über der Schulter gefasst – eine romantische, elegante Position.
Video ansehenDie Arme verknoten sich wie eine Brezel hinter dem Rücken des Leaders und werden in einer fliessenden Drehung wieder entwirrt.
Video ansehenDie zentrale Figur des Lindy Hop über acht Zählzeiten: Die Partner schwingen aus der geschlossenen Haltung heraus und wieder zueinander. Im Video erklärt von Frankie Manning persönlich.
Video ansehenDas Paar rotiert in geschlossener Haltung gemeinsam um die eigene Achse – die ideale Vorbereitung auf den Swingout.
Video ansehenDer Leader führt die Hand der Followerin hinter ihren Rücken und übergibt sie in die andere Hand – daraus entsteht eine schnelle Drehung.
Video ansehenEin klassischer Jazz-Step: Die Füsse bewegen sich abwechselnd mit Ferse und Ballen seitwärts, die Knie arbeiten gegeneinander.
Video ansehenMit federnden Knien und einer kleinen Hüftbewegung geht es rückwärts – ein lässiger Step, der in vielen Routinen vorkommt.
Video ansehenDie berühmteste Line-Dance-Choreografie der Swing-Szene. Auf Partys tanzt der ganze Saal gemeinsam – ursprünglich ein Tap-Routine aus den 1920ern.
Video ansehenBenannt nach „Shorty“ George Snowden: Mit gebeugten Knien und tiefem Schwerpunkt geht es seitwärts, die Arme schwingen gegengleich mit.
Video ansehenDie Knie kippen abwechselnd nach innen, während das Gewicht auf Fersen und Ballen verlagert wird – ein charmanter Step aus der Jazz-Ära.
Video ansehenEine kleine Choreografie, die wirkt, als würde man vom Baumstamm fallen: Kick, Schritt nach hinten und ein Wechsel über die Mittellinie.
Video ansehenDer Boogie-Grundschritt mit Kick-Ball-Change und die richtige Paarhaltung – ausführlich auf Deutsch erklärt.
Video ansehenDer Wechsel zwischen geschlossener und offener Tanzhaltung. Die Grundlage, um die meisten Figuren zu beginnen und zu beenden.
Video ansehenDer Herr wechselt unter dem erhobenen Arm auf die andere Seite – eine der ersten Figuren, die man im Boogie lernt.
Video ansehenDie Dame wird mit Schwung aus der Tanzhaltung herausgeführt. Bringt Dynamik und Raum in den Tanz.
Video ansehenDie erhobenen Hände kreisen wie ein Lasso über dem Kopf, während die Dame um den Herrn herumgeführt wird.
Video ansehenWie bei einem Jo-Jo wird die Dame eingedreht und mit Schwung wieder ausgedreht – eine erweiterte Figur mit viel Drive.
Video ansehenDer Rock'n'Roll-Grundschritt im 6er-Takt – zuerst flach, dann gesprungen. Darauf baut alles Weitere auf.
Video ansehenKick, kurz auf den Fussballen und Gewicht wechseln: Der typische Rock'n'Roll-Kick im richtigen Tempo, erklärt von mobilesport.ch.
Video ansehenDie Partner tauschen ihre Plätze, während die Dame unter dem Arm des Herrn hindurchdreht.
Video ansehenDie Dame wird mit einem Impuls aus der Hand in eine schnelle Solodrehung geschickt und wieder aufgefangen.
Video ansehenEine ganze Rock'n'Roll-Choreografie zum Mitmachen, die Grundschritt und Figuren zu einer Folge verbindet.
Video ansehenEin Einstieg in die Rock'n'Roll-Akrobatik. Akrobatische Figuren bitte nur mit Anleitung und geeigneter Sicherung üben!
Video ansehenIm Musical „Runnin' Wild“ erklingt James P. Johnsons Song „The Charleston“. Der Tanz, der in afroamerikanischen Gemeinschaften im Süden der USA entstanden ist, wird über Nacht zur Sensation.
In Harlem, New York, eröffnet der Savoy Ballroom – einer der ersten Tanzsäle, in denen Schwarze und Weisse gemeinsam tanzen. Er wird zur Heimat des Lindy Hop.
Bei einem Tanzmarathon soll „Shorty“ George Snowden auf die Frage, was er da tanze, geantwortet haben: „The Lindy Hop“ – in Anspielung auf Charles Lindberghs Atlantikflug („Lindy hops the Atlantic“).
Benny Goodmans Auftritt im Palomar Ballroom in Los Angeles gilt als Startschuss der Swing-Ära. Im selben Jahr zeigt Frankie Manning im Savoy einen der ersten Air Steps – den Partner über den Rücken geworfen.
Whitey's Lindy Hoppers tanzen im Film „Hellzapoppin'“ eine atemberaubende Szene, die bis heute als eine der besten Tanzaufnahmen der Filmgeschichte gilt.
Die Big Bands verschwinden, Rock'n'Roll und Boogie-Woogie übernehmen die Tanzflächen. Aus dem Lindy Hop entwickeln sich Stile wie Jive, Boogie-Woogie und akrobatischer Rock'n'Roll.
Junge Tänzerinnen und Tänzer aus Schweden, den USA und Grossbritannien suchen die Savoy-Legenden auf. Frankie Manning und Norma Miller beginnen wieder zu unterrichten – die weltweite Swing-Szene entsteht.
Von Zürich bis Stockholm, von Seoul bis New York: Es gibt Social Dances, Festivals und Wettbewerbe auf der ganzen Welt. Die Tänze leben weiter – getanzt zu Originalaufnahmen wie zu modernen Swing-Bands.
| Charleston | Swing (East Coast) | Lindy Hop | Boogie Woogie | Rock'n'Roll | |
|---|---|---|---|---|---|
| Entstehung | 1920er, Süden der USA | 1940er, USA | Ende 1920er, Harlem (New York) | Nach 1945, Europa | 1950er, USA |
| Grundrhythmus | 8 Zählzeiten | 6 Zählzeiten | 8 und 6 Zählzeiten | 6 und 8 Zählzeiten | 6 Zählzeiten |
| Tanzform | Solo, Paar oder Gruppe | Paartanz | Paartanz und Solo Jazz | Paartanz | Paartanz und Formation |
| Musik | Früher Jazz, Ragtime | Big Band, Swing, früher Rock'n'Roll | Swing-Jazz der Big-Band-Ära | Boogie-Woogie, Rhythm & Blues | Rock'n'Roll der 50er |
| Charakter | Verspielt, energiegeladen, schnelle Kicks | Kompakt, einsteigerfreundlich, viele Drehungen | Raumgreifend, improvisiert, teils akrobatisch | Schnelle Fussarbeit, improvisiert | Sportlich, choreografiert, akrobatisch |
Gut zu wissen: „Swing“ ist eigentlich ein Oberbegriff für alle Tänze zur Swing-Musik. Der East Coast Swing wurde in den 1940er-Jahren von Tanzschulen als vereinfachte Version des Lindy Hop entwickelt.
Schneller, hüpfender Jazz der 1920er mit Banjo, Tuba und Bläsern.
Die grossen Big Bands der 1930er und 40er mit treibendem Rhythmus.
Der Sound des Savoy Ballroom – heiss, schnell und voller Improvisation.
Rollende Bassfiguren am Piano – ursprünglich ein Klavierstil der 1920er und 30er.
E-Gitarre, Kontrabass und ein treibender Backbeat – der Sound der 1950er.
Der „Botschafter des Lindy Hop“. Er tanzte im Savoy, erfand die ersten Air Steps und brachte den Tanz ab den 1980ern einer neuen Generation bei.
Die „Queen of Swing“. Als Mitglied von Whitey's Lindy Hoppers tanzte sie in „Hellzapoppin'“ und blieb der Szene bis ins hohe Alter treu.
Star-Tänzer des Savoy, dem der Name „Lindy Hop“ zugeschrieben wird. Der Jazz-Step „Shorty George“ trägt bis heute seinen Namen.
Mit der „Revue Nègre“ brachte sie 1925 den Charleston nach Paris und wurde zum Weltstar der Goldenen Zwanziger.
Lindy Hop ist der ursprüngliche Swing-Tanz aus Harlem. „Swing“ wird oft als Oberbegriff verwendet – oder für den East Coast Swing, eine vereinfachte Variante mit sechs Zählzeiten.
Nein. Charleston und Solo Jazz tanzt man allein. Und auch beim Paartanz ist es in der Swing-Szene üblich, auf Partys mit vielen verschiedenen Partnern zu tanzen.
Bequeme Kleidung, in der du dich frei bewegen kannst. Swing-Kleider, weite Hosen und Hosenträger passen zum Stil. Die Schuhe sollten eine glatte Sohle haben, damit du drehen kannst.
Videos sind ideal, um Schritte kennenzulernen und zu üben. Das Gefühl für Führen und Folgen entwickelst du aber am besten gemeinsam mit anderen auf der Tanzfläche.
Absolut nicht! Vintage-Tänze werden von allen Altersgruppen getanzt – Norma Miller stand noch mit über 90 Jahren auf der Tanzfläche.
Beide stammen vom Jitterbug ab und nutzen den Kick-Ball-Change. Boogie Woogie wird frei zur Musik improvisiert und lebt von schneller Fussarbeit. Rock'n'Roll wird als Sport meist mit einstudierten Choreografien und Akrobatik getanzt.